Engagement für Sport und Lebenshilfe - Torsten Jung ist Thüringer des Monats August

Torsten Jung aus Weißendorf im Kreis Greiz ist Thüringer des Monats August. Er organisiert ehrenamtlich den Hindernislauf Weidatal Cross mit mehr als 1.500 Teilnehmenden, stellt dafür sogar sein eigenes Grundstück zur Verfügung und engagiert sich seit Jahren in der Lebenshilfe Zeulenroda.

Ein Event für die Region - als große Teamleistung
Zum achten Mal findet in diesem Jahr der Weidatal Cross in Weißendorf bei Zeulenroda statt. Das ist inzwischen ein Event mit mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mindestens noch einmal so vielen Zuschauern. Keine professionelle Agentur ist der Ausrichter, kein großer Geldgeber steht dahinter.

Organisiert wird alles mit freiwilligen Helfern, Unterstützer sind Unternehmen aus der Region. Alle Fäden laufen bei Torsten Jung zusammen. Der 48-Jährige stellt für den Wettkampf - seinen großen Traum - sogar das eigene Grundstück zur Verfügung.

Ganz überrascht und kurz sprachlos über die Auszeichnung als Thüringer des Monats war der Organisator, den sonst so gut wie nichts aus der Fassung bringt. Klar ist für ihn: Er nimmt sie im Namen aller an, die mit anfassen.

Das sind rund 120 Freiwillige, die im kleinen Kreis mitplanen, den Wettkampf mit vielen Händen vorbereiten, Hindernisse entwerfen und aufbauen - und hinterher wieder abbauen und einlagern, das Gelände aufräumen. Die örtliche Feuerwehr regelt den Verkehr und weist in die Parkplätze ein.

Die Feuerwehr Dörtendorf gibt Hilfestellung an den Hindernissen. Dazu kommen der Anglerverein, der Turnverein Weißendorf und die Lebenshilfe Zeulenroda zum Beispiel, die für die Verpflegung sorgen und damit kleine Einnahmen für sich generieren. "Eine Win-Win-Win-Situation für alle", sagt Torsten Jung, "wir schauen immer, dass es miteinander gut geht."

Bewegung und Naturgenuss im Mittelpunkt
Das Konzept wird gut angenommen von den Teilnehmern: Die Bambini - die Kleinsten - freuen sich, dass sie mal in den Schlamm können. Für die Kinder beim Schülercross und für Vereine aus der Region gibt es kostenlose Startplätze, bei den Erwachsenen sind die Ältesten über 70. "Den Leuten macht es Spaß, das ist auch das Ziel", erklärt Torsten Jung. "Wir überlegen immer: Würde uns das Spaß machen? - Dann machen wir es."

Mit dem "Wir" ist vor allem noch sein engster Freund und Mitorganisator, der frühere Radrennfahrer René Enders, emeint. Neben dem Spaß gehört zu den wichtigsten Zielen, die Menschen in Bewegung und raus in die Natur zu bringen. Denn die sei gerade in der Region um Zeulenroda besonders schön.

"Egal,wo die Leute herkommen, ob aus München oder anderswo, sagen sie: Dass es hier so wunderschön ist, das haben wir nicht gewusst. Die Leute merken, dass es gut tut, wenn man sich in der Natur bewegt. Und ein bisschen Schlamm machen, dann kommt das Kind ein bisschen raus, das macht ja auch Spaß", sagt Torsten Jung.

Grundstück als Wettkampfbasis und großes Dankeschön an Familie
Es gibt wohl nur wenige Wettkämpfe oder Events dieser Art, deren Basis ein Privatgrundstück ist. Und: "Ohne solche Menschen wie Torsten Jung wäre so eine Veranstaltung nicht möglich", sagt sein Freund René Enders.

"Wenn mir jemand sagen würde: Auf meinem Grundstück findet eine große Veranstaltung mit 2.000 bis 3.000 Leuten statt, abends reißen wir die Hütte voll ab, machen schön Party, bei mir kann gecampt werden, wir bauen mal Toiletten und Duschen und 'ne große Scheune, dann fährt ein Radlader über die Wiese, dann würde der eine oder andere vielleicht einen Vogel zeigen - nicht Torsten. Der findet das richtig geil."

Und die Familie? Die weiß mittlerweile, worauf sie sich eingelassen hat und akzeptiert das auch, dass sie dann für die Zeit zurücksteckt. Dafür ist er auch sehr dankbar.

Was er bisher für sich selbst noch nicht ganz in Anspruch nimmt, gibt Torsten Jung den Helfern immer mit auf den Weg: "Familie steht an erster Stelle. Da hält das Team zusammen und unterstützt sich gegenseitig. Das ist auch wichtig, um da nicht auszubrennen."

Denn die Zukunft hat der Weißendorfer, der sich seit vielen Jahren auch ehrenamtlich in der Lebenshilfe Zeulenroda engagiert, fest im Blick: Die Planung für den zehnten Weidatal Cross in zwei Jahren hat bereits begonnen.

Menschen wie Torsten Jung, die mit ihrem Vorbild andere mitreißen können, sind unter den Ehrenamtlichen im Land besonders wichtig, sagt Niels Lange, der Geschäftsführer der Thüringer Ehrenamtsstiftung. Deshalb hat er die Auszeichnung als Thüringer des Monats verdient.

Quelle: MDR Thüringen
 

 

Ohne solche Menschen wie Torsten Jung wäre so eine Veranstaltung nicht möglich.
— René Enders

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