Mit rund 200 Gästen haben wir am 4. Juni im Erfurter Collegium Maius die Verleihung des Thüringer Engagement-Preises 2026 gefeiert!
Jeder Gewinner erhielt ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro, das von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zur Verfügung gestellt wurde, sowie eine handgefertigte Holzskulptur, den sogenannten “Thüringer Engagement-Oscar”. Darüber hinaus wurden die Ausgezeichneten mit einer persönlichen Laudatio gewürdigt. Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr in der Kategorie „Jugend bis 25 Jahre“: Hier wurde der Preisträger in einem Live-Pitch ermittelt. Die in dieser Kategorie Nominierten stellten ihr Projekt auf der Bühne vor, anschließend konnte das Publikum direkt über den Gewinner abstimmen. Bei der Auszählung der Stimmen stellte sich jedoch heraus: Gleichstand! Zwei Pitch-Teilnehmende lagen exakt gleichauf. Was tun?
Die Helaba, Sponsorin des Preisgeldes, reagierte spontan und großzügig: Sie stellte kurzerhand weitere 2.000 Euro zur Verfügung, sodass beide Erstplatzierten ausgezeichnet werden konnten. Für diese besondere Unterstützung sagen wir noch einmal herzlich: Tausend Dank! Die anderen Pitch-Teilnehmer erhielten jeweils 500 Euro aus Stiftungsmitteln sowie einen kleinen “Oscar”.
Auch die Nominierten der anderen Kategorien standen an diesem Tag im Rampenlicht. Wir haben ihr Engagement vorgestellt und gewürdigt – mit einem Blumengruß, Fotos und viel Applaus!
Die Auszeichnung ist ein wichtiger Bestandteil der Anerkennungskultur unserer Stiftung. Die Festveranstaltung bot auch eine schöne Gelegenheit zum Austausch und dazu, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Stiftung ins Gespräch zu kommen.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal herzlich für die zahlreichen Vorschläge in den verschiedenen Kategorien. Die Jury hatte es angesichts der vielen beeindruckenden Projekte und Persönlichkeiten nicht leicht, ihre Entscheidungen zu treffen.
Unser Dank für eine rundum gelungene Veranstaltung gilt außerdem den Landfrauen aus Hohenmölsen für den leckeren Kuchen, der Moderatorin Sina Peschke, dem Erfurter Musiker Paul Raufeisen für die musikalische Begleitung, dem Collegium Maius als Veranstaltungsort sowie Mario Hochhaus für die vielen schönen Fotos.

Falk Nothnagel (Jahrgang 1951) widmet sich seit Jahrzehnten dem Kunstschmiedehandwerk. Als ehrenamtlicher Handwerker und Vermittler bewahrt er ein traditionsreiches Handwerk vor dem Vergessen und begeistert junge Menschen für die Schmiedekunst. In der Schmiede-AG des Metallhandwerksmuseums Steinbach-Hallenberg trifft er sich alle zwei Wochen mit Kindern und Jugendlichen und vermittelt ihnen neben praktischen Fertigkeiten auch Werte wie Geduld, Kreativität und Ausdauer. Seine handwerklichen Spuren sind im Stadtbild sichtbar: geschmiedete Elemente in der Kirche, Skulpturen im öffentlichen Raum. Nothnagel organisiert zudem ein europäisches Kunstschmiede-Symposium, das nächste findet 2027 statt. Sein Engagement hält er trotz schwieriger persönlicher Umstände, darunter die Pflege seiner Frau, mit bemerkenswerter Kontinuität aufrecht.

Julia Rathcke engagiert sich mit außergewöhnlichem Einsatz im Musikverein Bad Tennstedt e.V. Als Gründungsmitglied hat sie sich von der Klarinettenschülerin zur Dirigentin entwickelt, die musikalische Früherziehung aufgebaut und das Jugendblasorchester neu gegründet. Darüber hinaus unterstützt sie Vereinskonzerte aktiv und engagiert sich ehrenamtlich im Karnevalsverein. Mit ihrem Einsatz stärkt sie die Nachwuchsarbeit, fördert den Zusammenhalt in der Region und ist ein wichtiges Vorbild für junge Menschen im ländlichen Raum.

Ayoub Ghanem kam 2016 aus Syrien nach Deutschland. Seit rund 10 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Café International in Mühlhausen und hat sich dort als äußerst verlässliche, verantwortungsbewusste und engagierte Persönlichkeit etabliert. Er übernimmt wichtige organisatorische Aufgaben, insbesondere bei der Planung und Durchführung des Stadtteilfestes, mobilisiert Helferinnen und Helfer und bringt sich kreativ in zahlreiche Projekte ein. Darüber hinaus organisiert er eigenständig kulturelle Veranstaltungen für junge Menschen und wirkt als Brückenbauer zwischen der arabischsprachigen Community, Behörden und gesellschaftlichen Einrichtungen.

Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat der Dorfleben Judenbach e.V. das Leben in dem kleinen Ort im Thüringer Wald grundlegend mitgestaltet. Unter dem Motto 'Judenbach ist, was du draus machst' entstanden in nur vier Jahren 15 Arbeitsgemeinschaften und mehr als 17 nachhaltige Projekte: der Wiederaufbau der Flößteichhütte, 25 neue Sitzgelegenheiten und ein neuer Rundwanderweg, ein Jugendclub, eine Dorfchronik sowie ein Lesezimmer. Der Verein verbindet Generationen: Das jüngste Mitglied trat mit zwei Jahren ein, das Älteste ist fast neunzig. Jährlich organisiert der Verein 30 bis 40 Kulturveranstaltungen. Ein Paradebeispiel dafür, wie eine Dorfgemeinschaft durch bürgerschaftliches Engagement in kurzer Zeit zu einem lebendigen Miteinander zusammenwachsen kann.