Profil Ehrenamtsbeauftragte in Landkreisen und Kreisfreien Städten

Profil Ehrenamtsbeauftragte in Landkreisen und Kreisfreien Städten

In den Landkreisen und Kreisfreien Städten Thüringens sind Beauftragte für das Ehrenamt eingesetzt. Zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung dieser Engagement fördernden Strukturen wird folgend ein gemeinsames Profil für die Stelle einer/eines Ehrenamtsbeauftragten gesetzt. Die Ehrenamtsbeauftragten sollten mit einem angemessenen Stellenanteil von mindestens 50 - 70 % sowie den entsprechenden Befugnissen und Kompetenzen eingesetzt werden.

Tätigkeiten

Die Ehrenamtsbeauftragten stehen als Ansprechpartner für die lokalen und regionalen Aktivitäten zur Verfügung. Insbesondere sollten folgende Tätigkeiten im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen:
-    Zusammenarbeit mit den Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen und anderen Engagement fördernden Strukturen im Landkreis
-    landkreisübergreifende Koordinierung von ehrenamtlichen Aktivitäten
-    Beratung und Unterstützung der Ehrenamtlichen und deren Institutionen
-    Beratung und Unterstützung der Verwaltungsmitarbeiter, die im Bereich des Ehrenamtes tätig sind
-    die regelmäßige Berichterstattung an die für das Ehrenamt zuständige Landrätin/Landrat bzw. Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister
-    Koordination der Fördermittelvergabe
-    Beteiligung an lokalen und überregionalen Netzwerken im Bereich Bürgerschaftliches Engagement
-    Kooperation mit Vereinen und Initiativen zur Entwicklung neuer Formen und Projekte bürgerschaftlichen Engagements sowie der Weiterentwicklung der Ankerkennungskultur

Abgrenzung

Anlaufstellen für Ehrenamtliche sowie Institutionen, bei denen Ehrenamtliche tätig sind, sind die derzeit 11 Freiwilligenagenturen in Thüringen. Neben den klassischen Informations- und Beratungsangeboten werben die Freiwilligenagenturen öffentlichkeitswirksam für das Bürgerschaftliche Engagement, organisieren Netzwerktreffen und unterstützen Organisationen bei der Rekrutierung, Koordination und Ausbildung der Ehrenamtlichen. Aufgrund dieser wichtigen Aufgaben gilt es diese Einrichtungen finanziell angemessen zu stärken.
Allein eine monetäre Aufwertung der Rahmenbedingungen kann die anstehenden Herausforderungen in der Freiwilligenarbeit insbesondere im ländlichen Raum jedoch nicht bewältigen. Es muss eine strukturelle Weiterentwicklung der Engagement fördernden Infrastruktur erfolgen. Daher ist der Einsatz von eigenständig Beauftragten in den Landkreisen und Kreisfreien Städten notwendig.

Vernetzungsfunktion

Die vielfältig vorhandenen lokalen Aktivitäten sollen an einer zentralen Stelle gebündelt werden. Eine eigens für das Bürgerschaftliche Engagement beauftragte Person soll in engem Kontakt zu den regionalen Initiativen stehen. Sie ist ständiger Ansprechpartner für Belange rund um das Ehrenamt und damit Koordinator aller Maßnahmen im Bereich des Bürgerschaftlichen Engagements im Landkreis.

Beratungsfunktion

Den Ehrenamtsbeauftragten soll eine wichtige aufklärende Aufgabe zukommen. Sie sollen sowohl die Engagierten als auch die Institutionen, die mit Ehrenamtlichen zusammenarbeiten, umfassend informieren. Neben den finanziellen Fördermöglichkeiten spielen hier insbesondere rechtliche und versicherungstechnische Belange eine Rolle.

Berichterstattung im Haus

Die Ehrenamtsbeauftragten sind immer ansprechbar und haben direkten Kontakt zu den lokalen Initiativen vor Ort. Sie sind unbefangen und sollen auch als Berater in die Verwaltung hinein agieren. Vor diesem Hintergrund sollen die Ehrenamtsbeauftragten jährlich Berichte an die jeweilige Landrätin/den Landrat bzw. die jeweilige Oberbürgermeisterin/den Oberbürgermeister verfassen. Darin sollten Stärken und Schwächen, Chancen und Potenziale sowie Entwicklungstrends erkenntlich sein.

Landkreisübergreifende Zusammenarbeit

Die Thüringer Ehrenamtsstiftung koordiniert den Austausch der Ehrenamtsbeauftragten. Regelmäßig finden zwei Mal im Jahr Beratungen statt, die das Ziel haben über Aktuelles im Bereich der Engagementförderung zu informieren einen gemeinsamen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und der Übertragung von Strategien und Programmen zu dienen. Darüber hinaus sind gemeinsame Werbeaktionen denkbar. Zur Bewältigung der kontinuierlichen Herausforderung der Gewinnung neuer Engagierter generell und neuer Zielgruppen im Speziellen sind landkreisübergreifende Maßnahmen denkbar. Eine Verknüpfung des Wissens- und Erfahrungsschatzes der jeweiligen Beauftragten ermöglicht die Organisation zielgerichteter Maßnahmen zur Ehrenamtsgewinnung und Anerkennung.

Zielstellung

Wir verstehen die Ehrenamtsbeauftragten als Impulsgeber. Mit ihren aus der Praxis gewonnenen Ideen sollen sie die Rahmenbedingungen des Engagements verbessern, zur wichtigen Vernetzung von Ehren- und Hauptamt beitragen und sowohl den Initiativen als auch der Verwaltung als kompetente Ansprechpartner ständig zur Verfügung stehen.