Presseartikel über den Marktplatz in Weimar

27.03.2009 13:48


TLZ / 27.03.2009
Schule macht gute Geschäfte

Die Schüler des Förderzentrums "Johannes Falk" dürfen im Sommer gratis den Goethepavillon und das Puppenmuseum im Palais Schardt besuchen. Das ist ein Resultat vom "Marktplatz der guten Geschäfte" der Ehrenamtsagentur Weimar. Im Gegenzug wird die Homepage des Palais mit der der Schule verlinkt. Weitere Firmen sagten ein Wandbord, T-Shirts mit Logo der Schülerzeitung und Veranstaltungstechnik zu.

 

TLZ / 20.3.2009:
"DIE GULASCHKANONE GEHÖRT IHM SCHON"
 
Silke Böttner hatte sich für ihren Auftritt auf dem "Marktplatz der guten Geschäfte" so perfekt vorbereitet, dass man als potenzieller Geschäftspartner beinahe einem schwerwiegenden Irrtum hätte aufsitzen können. Für diverse Org-Aufgaben suchte Böttners Kindergarten "Nordknirpse" einen PC. Und da die 22 Vereine und Initiativen, die sich am Mittwoch in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse um die Gunst von zwei Dutzend Leuten aus der Wirtschaft bemühten, keinen Aufwand scheuten, möglichst glanzvoll aufzutreten, hatten sich Silke Böttner von ihren Nordknirpsen einen Laptop basteln lassen, der so echt aussah, dass man den PC-Wunsch beinahe als abgehakt betrachtet hätte...
Diesen Markt, den die  Bürgerstiftung an sämtlichen untergehenden Finanzmärkten vorbei organisiert, charakterisiert eines: Er funktioniert ohne Geld.  Als Zahlungsmittel sind ausschließlich Naturalien und Dienstleistungen zugelassen. So wurden am Mittwochabend 101 Vereinbarungen abgeschlossen, 507 Stunden Arbeit und Naturalien im Gesamtwert von 8785 Euro umgesetzt.
"Ich habe mich heute zum ersten Mal hier her locken lassen", gestand Jürgen Krämer und schlich zunächst noch unschlüssig durchs Foyer. Er wisse noch nicht so recht, was ihn erwarte, sagte der Geschäftsführer einer privaten Bildungsstätte in Apolda, und wolle sich mal umschauen. Wie ihm erging es anderen Unternehmern auch, die der Einladung der Bürgerstiftung gefolgt waren.
Mal sehen, was man von mir will, dachte sich Manja Mende, die zwar ohne ihr Wissen auf dem Marktplatz angemeldet worden sei, der Einladung aber gern gefolgt war.
Der Gong zur Eröffnung war noch nicht verklungen, da zogen die Vereinsvertreter schon zielstrebig dorthin, wo sie Partnerschaften witterten. Susan Wetzel von der Aidshilfe hatte schon im Vorfeld strategisch günstig hinter Majdi Abdulhag, dem Geschäftsführer des Umzugsunternehmens "Huck Finn" Posten bezogen. Der Verein könne dringend einige Umzugskartons gebrauchen, um Sachen zu lagern, brachte sie ohne Umschweife vor. Leider habe der Verein keine passende Gegenleistung zu bieten, bedauerte Wetzel. Nicht mal das Angebot zum Verleih der Gulaschkanone lockte Huck Finn: Die nämlich gehört dem sozial äußerst engagierten Unternehmer schon zum Teil.
Tauschgeschäfte sind die älteste Form Handel zu treiben. Einige wenige Branchen praktizieren ihn - mit Einschränkungen - noch heute. Einer, der für den klassischen Tausch steht, ist Udo Pfotenhauer. Auch abseits des Weimarer Marktplatzes funktioniert das Tauschen in seiner Mosterei in Tiefengruben gut: "Die Leute bringen uns Obst und nehmen Most mit nach Hause." Und so geschah es am Mittwoch wieder. In der Station Junger Naturforscher fand Pfotenhauer den optimalen Geschäftspartner. "Die wussten nicht wohin mit ihrem Fallobst." Pfotenhauer gibt ihnen Saft, und eine Kooperation auf dem Obstlehrpfad ist allemal auch drin.


TA / 19.3.2009:
 
GELD SPIELT KEINE ROLLE
 
Im Minutentakt wurden im Sparkassen-Foyer am Graben in Weimar gestern Abend Dienstleistungen ausgetauscht. Am Ende ging es dabei um Sachmittel im Wert von knapp 9.000 Euro sowie über 500 Arbeitsstunden.
Weimar (MH). "Gibt es ein besseres Thema, zu dem man hierher einladen kann?", so fragt Hans-Georg Dorst vom Vorstand der Sparkasse Mittelthüringen. Dabei war klingende Münze auch auf dem zweiten Marktplatz der Guten Geschäfte tabu, nicht so hingegen geldwerte Leistungen. Die 24 gemeinnützigen Einrichtungen und 24 regionalen Unternehmen vereinbarten 101 Dienstleistungen. Diese betreffen 507 Stunden Fachleistungen sowie weitere 19 Stunden Hilfstätigkeiten, und damit 143 Stunden mehr als bei der Premiere 2008. Zudem schlugen Sachwerte von insgesamt mindestens 8.785 Euro zu Buche, 1.580 Euro mehr als 08. Doris Elfert von der EhrenamtsAgentur der Bürgerstiftung Weimar hielt die Berechnungnen noch für "tiefgestapelt". 
 
Die Härterei Reese gibt nun Büromaterial ab, wofür ihr der Boje-Verein Grundstück und Garten säubert. Die Servicegesellschaft versorgt das Bürgerbündnis gege Rechtsextremismus mit zehn Kästen Wasser für die nächste Demo und erhält dafür einen Fachvortrag. Der Ökotreff übernimmt bei der Kita Hufeland den Baumschnitt, die Kita gestaltet musikalische Programme bei den Partnern. Die Landenberger Schule macht für die Tischlerei Rietschel Frühstück,....
 
Als Beobachter kamen die Wirtschaftsförderung und der Mittelstandsverband aus Apolda zum Markt. Sie wollen ihren Mitgliedern für nächstes Jahr eine Beteiligung empfehlen.
 


TLZ / 19. 03. 2009
   
Gute Geschäfte en gros: Rasenpflege gegen Kopierpapier
   
Weimar. (tlz / sb)
"Suche Logo, biete Kinderbetreuung": Die Bürgerstiftung tat gut daran, ihren Marktplatz der guten Geschäfte von professionellen Servicekräften der Sparkasse betreuen zu lassen. Die hatten alle Hände voll zu tun, geldlose Verträge zwischen 24 Unternehmern und 22 Vereinen wasserdicht zu machen. In rasendem Tempo wurde gestern getauscht. Zum Beispiel sechs Stunden Geländepflege durch straffällig gewordenen Jugendliche auf dem Betriebshof der Härterei Reese gegen Büromaterial im Wert von 200 Euro für den Verein "Die Boje". Die meisten Vereine hatten präzise Wunschlisten, für die sie zielgerichtet auf Partnersuche gingen, während sich die Unternehmer meist überrascht zeigten darüber, was die Weimarer Vereine zu bieten haben.

 

TLZ vom 18. 03. 2009
 
Biete Holz - suche Geselligkeit 
Verhandlungsgeschick ist auf dem "Marktplatz der guten Geschäfte" gefragt
 
Weimar. (tlz / JS) Wenn heute um 18 Uhr der Gong schlägt, rollt für zwei Stunden die Tauschbörse beim Marktplatz der guten Geschäfte. Es wird gefeilscht und gehandelt um Gefälligkeiten und den Austausch von Ideen im Foyer der Sparkasse Mittelthüringen. Dabei stehen einander 24 gemeinnützige Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmer aus Weimar und der Region gegenüber.
"Es ist eine coole Sache, und das Verhandeln macht Spaß, gleichzeitig hilft man noch dabei", sagte Schirmherr Nico Wagner, Geschäftsführer der Brauerei Ehringsdorf. Im vergangenen Jahr hat er Travertinsteine für den Bau einer Mauer bei der Stiftung Villa Haar gegen ein Erlebnis-Wochenende für seine Mitarbeiter eingetauscht. "Wir sind eine Brauerei, natürlich wollen die Vereine meist Festzeltgarnituren und Bier von uns haben. Ich bin gespannt, welche Ideen die Gemeinnützigen diesmal haben", meinte Wagner. Diese laufen beim Feilschen zu Höchstform auf, denn in dem lebendigen Marktgeschrei muss man mit Kreativität glänzen. Eine wichtige Regel gilt es zu beachten: Finanzielle Unterstützung ist ausgeschlossen. Für Schüchterne gibt es Makler, die bei der Abwicklung von Geschäften helfen.
   "Manche Einrichtungen brauchen Holz, Papier oder einen alten Computer, andere eher Knowhow und Hilfe bei der Organisation von Veranstaltungen", erklärte Mitveranstalterin Anette Sickel. Um den Marktplatz für die 100 bis 120 erwarteten Akteure übersichtlicher zu gestalten, wurden fünf Themenecken eingerichtet, an denen die Wirtschaftsvertreter angesprochen werden können. Wurde ein Tausch beschlossen, wobei laut Marktregeln auch Geschäfte ohne Gegengabe erfolgen können, wird dieser schriftlich festgehalten und in der Notarecke auf seine Richtigkeit überprüft. Organisiert wurde der Marktplatz von der Bürgerstiftung Weimar in Zusammenarbeit mit der Ehrenamtsagentur.
   Thüringenweit wird an acht Standorten, teils bereits im vierten Jahr der Markt organisiert. Die Weimar - Premiere im vergangenen Jahr hat alle begeistert. Die Idee wurde 2006 aus der Niederlande übernommen und von der Bertelsmannstiftung erstmals durchgeführt.    ! Heute, 18 Uhr, Sparkasse Mittelthüringen, Am Graben 4.