Ehrenamt als Labor demokratischen Lernens in der Stadt

09.03.2020 11:32

Studienprojekt der FH Erfurt präsentierte am 3. März 2020 seine Forschungsergebnisse und lud zum Podium ein

Quelle: Studienprojekt des Bereiches Stadt- und Raumplanung der Fachhochschule Erfurt (Wintersemester 2019/2020)

Im Jahr 2015 erlebte Deutschland eine große Migration von Menschen verschiedenster Fluchtgeschichten. Dies führte zu einer enormen ehrenamtlichen Hilfsbereitschaft seitens der Zivilbevölkerung.

Wie sieht das Engagement für geflüchtete Menschen heute aus? Was können Städte von ehrenamtlich Engagierten lernen? Und welchen Beitrag leistet Ehrenamt zur Demokratie?

Das Studienprojekt "Ehrenamt als Labor demokratischen Lernens in der Stadt", welches von Studierenden des Richtung Stadt- und Raumplanung (5. Semester BA) der Fachhochschule Erfurt umgesetzt wurde, hat versucht, auf diese Fragen Antworten zu finden.
Stattgefunden haben die Vorstellung von Forschungsergebnissen sowie ein Podiumsgespräch mit haupt- und ehrenamtlichen Vertretern aus Zivilgesellschaft und Verwaltung Erfurts.

Auch die Thüringer Ehrenamtsstiftung hatte sich durch die Geschäftsführung im Podium beteiligt.
 

Zentrale Ergebnisse der Veranstaltung waren:

- Engagierte helfen zu einem Großteil in der Begleitung zu Behörden, Kitas und Ämtern sowie in der Sensibilisierung eigener Ehrenamtsstrukturen, um für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte eine Basis zur gelingenden Integration zu schaffen.
- Ehrenamt kann spontan und flexibel entstehen und wird mit großer Verantwortung ausgeübt. Jedoch ist es zur nachhaltigen Sicherung auf die Förderung, fachliche Begleitung und organisatorische Unterstützung Hauptamtlicher angewiesen. Daher ist die trägerübergreifende Vernetzung aller Beteiligten sowie die Schaffung von Austausch-Plattformen in der Kommune unabdingbar.
- Hürden wie hoher bürokratischer Aufwand in der Unterstützung des Ehrenamts sind durch klare Kommunikationsschnittstellen in der Verwaltung abzubauen.
- Ehrenamt stärkt Demokratie durch die Entwicklung gesellschaftlicher, politischer und persönlicher Kompetenzen. Hierfür ist eine Kultur der Anerkennung durch Wertschätzung und Würdigung sehr wichtig. Eine umfangreiche Vorstellung zu Formen der Anerkennung durch die Thüringer Ehrenamtsstiftung sind zu finden unter: https://www.thueringer-ehrenamtsstiftung.de/Ehrung-Anerkennung.47.0.html.

Die Zusammenfassung aller Ergebnisse des Forschungsprojektes wird in Kürze bekannt gegeben.

Das Vorhaben wurde durch Prof. Dr. Katrin Großmann (Fachhochschule Erfurt, Fach Stadt- und Raumsoziologie) begleitet.