Thüringer Engagement BotschafterIn 2020

11.11.2019 10:22

Verleihung und Auszeichung der drei Engagement Botschafter für 2020 im Rahmen der Thüringen Gala 2019.

An vielen Orten in ganz Deutschland feiern die Menschen am Samstag. Sie feiern den 30. Jahrestag des Mauerfalls. In Erfurt hat am Freitag den 08.11. schon eine Veranstaltung den Auftakt zu den Feierlichkeiten gemacht. Das war die Thüringen-Gala mit rund 400 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Sie waren der Einladung der Rüberg GmbH und Thüringer Ehrenamtsstiftung in den Parksaal des Steigerwaldstadions gefolgt. Neben der Wiedervereinigung stand auch das  Ehrenamt im Mittelpunkt des Abends.

Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die in Thüringen tätig sind, zeichnete eine Jury drei Thüringer Engagement-Botschafter aus: die Erfurter  Revierförsterin Uta Krispin, Frank Baumgarten von der Stiftung Landleben und den Bürgermeister von Ponitz, Marcel Greunke. Sie dürfen die Erlöse des Abends für ihre ehrenamtlichen Projekte ausgeben.


Uta Krispin leitet im Forstamt Arnstadt das Revier Erfurt. Über ihre beruflichen Verpflichtungen hinaus engagiert sich Uta Krispin seit vielen Jahren ehrenamtlich im Förderverein des historischen Forsthauses Willrode. Sie organisiert dort zahlreiche öffentliche Veranstaltungen und ist die „gute Seele“ des Backhauses, in dem der Ofen mindestens an einem Sonntag im Monat angeheizt wird. Den altdeutschen Backofen und passende Rezepte kennt Uta Krispin inzwischen wohl so gut wie kaum ein anderer. Ihr Einsatz und ihre kommunikative Art haben über einen langen Zeitraum geholfen, das Forsthaus mit Leben zu erfüllen und es zu einem festen Teil des Erfurter Umlandes werden zu lassen. Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass das alte Jagdgut und Schlösschen Willroda wieder aufgebaut wurde. Zu den monatlichen Veranstaltungen und dem seit 1995 in Willrode veranstaltetem Tag des offenen Denkmals kann immer fest auf Uta Krispin gezählt werden. Die hauptberufliche Revierförsterin engagiert sich neben ihrer Arbeit auch für die Umweltbildung, hat gute Kontakte zum Erfurter Waldkindergarten sowie zu Schulklassen, die zum Beispiel regelmäßig zu Projekttagen ins Forsthaus kommen.
Darüber hinaus vertritt sie in den Arbeitskreisen Waldpädagogik, Frauen und Senioren des Bundes deutscher Forstleute e. V. die Thüringer Interessen und arbeitet im BDF-Landesvorstand Thüringen mit, bei dem sie verantwortlich ist für Gleichstellungsfragen, Senioren und Waldpädagogik.


Marcel Greunke dürfte einer der jüngsten Bürgermeister Thüringens sein und ist darüber hinaus in diversen Vereinen aktiv. Er wurde 2004 mit 19 Jahren Mitglied des Gemeinderates und Mitglied des Hauptausschusses. Darüber hinaus koordinierte er von 2010 bis 2012 als Kreisjugendfeuerwehrwart die Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehren im Altenburger Land.
Seit 2012 ist Marcel Greunke Bürgermeister von Ponitz und seit Februar 2014 Vorsitzender des Kreisverbandes Gößnitz-Ponitz.
Aus der Nominierungs-Begründung: „Seit 16 Jahren engagiert er sich in der Freiwilligen Feuerwehr Ponitz. Als leidenschaftlicher Planer und Organisierer hat er im Jugendclub Ponitz, bei der Feuerwehr, den Zschöpeler Heimatfreunden und den Faschingsfreunden eine Vielzahl von Veranstaltungen ins Leben gerufen. Leidenschaftlich setzt er sich für die Belange und zum Nutzen der Gemeinde ein.“
Bisher erreicht wurden z.B. die Verhinderung der Grundschulschließung in Ponitz; die Etablierung diverser Feiern und Feste in Ponitz und der Nachbargemeinden; die Aufwertung des Kindergartens, des Spielplatzes und des Dorfzentrums von Ponitz; die Neukonzeptionierung des Weihnachtsmarktes sowie die Vorbereitung der 760-Jahr-Feier des Ortes im Jahr 2014.
Sein Engagement hat nachhaltige Auswirkungen auf die Gemeinde Ponitz und der Nachbargemeinden: Der Ort wird attraktiver für Familien mit Kindern; Feiern und Feste stärken die Dorfgemeinschaft; Versuche, den Ort (mit Renaissanceschloss und Friedenskirche) auch für Kulturtouristen attraktiv zu machen.


Die Agrargenossenschaft e.G. Kirchheilingen leistet seit nunmehr als 20 Jahren umweltorientiertes sowie sozial und familiär angelegtes Engagement in Kirchheilingen und Umgebung.
Ausführung zum umweltorientierten und ressourcenschonenden Engagement:

  • 3600 ha Ackerland werden nach den Vorgaben des KULAP (Kulturlandschaftsprogramm des Freistaates Thüringen) bewirtschaftet
  • Pflege und Ernte von Streuobstwiesen zur dauerhaften Erhaltung dieser
  • Bioenergetische Gülleverwertung in Biogasanlage Urleben
  • Photovoltaik-Anlage auf einem Hallendach zur eigenen Energieproduktion
  • Gewässerpflege, Grabenöffnungen und Anlegen von Uferrandstreifen für 72 km Bäche und Gräben  (gemeinsam mit dem GUZV „Seltenrain")  
  • angelegter landwirtschaftlicher Lehrgarten, welcher von Schülern der Professor-Arnold-Regelschule und des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums unter Anleitung bewirtschaftet wird
  • Fleischproduktion unter dem CAROVITA – Siegel: eigene Aufzucht, Futter vom eigenen Feld, Selbstschlachtung, -verarbeitung und –verkauf in Landfleischerei


Ausführungen zum sozialen Engagement

  • Bereitstellung von Praktika für Schüler und Betreuung von Studenten der Landwirtschaft
  • Errichtung eines Naturspielplatzes mit Vereinen und Eltern von Kitas
  • Unterstützung des Kirchheilinger Freibades
  • Initiierung der Projekte „Altersgerechtes Wohnen auf dem Land“ und „Wiederbelebung der ländlichen Bausubstanz"
  • Realisierung eines Kleinbahnmuseums mit dem Förderverein der Regelschule
  • Ausrichtung des alle 2 Jahre stattfindenden Hoffestes für die ganze Familie
  • Mitwirkung der FFW Tottleben und des Reitvereins Tottleben mit Kuchenbasar (Erlöse gehen an versch. sozialwirtschaftliche Einrichtungen der Region)


Unser Land ist unser Lebensraum. Das Unternehmen arbeitet dafür, dass dieser Raum und diese   Landschaft gepflegt und gesund an kommende Generationen übergeben werden können: mit fruchtbaren Böden, blühenden Wiesen, sauberen Bächen und gesunden Tieren.
Weiterhin ist es wichtig, den Menschen zu zeigen, wo die Produkte herkommen, welche sie im Supermarkt kaufen und über die aktuell prekäre finanzielle Lage landwirtschaftlicher Betriebe (Milch- und Fleischpreise bereits seit Jahren auf Verlustpreisen für die Erzeuger) und deren Ursachen hinzuweisen, damit hoffentlich bald zukunftsweisende Konzepte zum Erhalt der landwirtschaftlichen Betriebe realisiert werden können.