Thüringer des Monats Dezember

09.12.2019 11:00

Unsere Thüringerin des Monats Dezember ist Ursula Steinert aus Niedergrunstedt.

Seit 15 Jahren organisiert sie mit viel Engagement und Zeitaufwand den traditionellen und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten und beliebten "Advent bei Mauritius" in dem Weimarer Ortsteil – immer am dritten Advent.
"Ja ist denn heute schon Weihnachten?", fragt Ursula Steinert völlig überrascht bei ihrer Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" im Hofatelier des ländlich geprägten Ortsteils im Westen der Klassikerstadt.


Nein, nicht sie allein steht für das Gelingen des Adventsmarktes, sagt die freiberufliche Architektin. Dafür braucht es ganz viele Helfer, die sich in dem Ort mit regem Gemeinschaftsleben zum Glück leicht finden. Aber damit argumentiert Ursula Steinert eindeutig viel zu bescheiden. Denn ohne sie würde es den Adventsmarkt rings um die Ortskirche St. Mauritius so nicht geben.
Herz und Motor des Adventsmarktes
Sie ist das Herz und der Motor dieses ganz besonderen Höhepunktes im Weimarer Adventskalender. "Uschi ist ein Mensch, der in seinem Ehrenamt aufgeht", sagt zum Beispiel Jürgen Vent, der seit vielen Jahren Mitglied des Ortschaftsrates ist.
Dort hat Ursula Steinert auch schon mitgearbeitet, sie engagiert sich im Heimatverein, im neu gegründeten Ortsverein und für einige Jahre war sie Ortsbürgermeisterin. Aber ihre Leidenschaft ist der Adventsmarkt, der wirklich ein besonderer ist.


Zum "Advent bei Mauritius" gibt es nicht nur die traditionellen Stände von Händlern und wohlschmeckende Leckereien, hier geht es vor allem auch um Kunst, Kultur und Kinder. Da wird ganz viel gebastelt, da tritt der Musikkindergarten auf, da wird Puppentheater gezeigt und ganz unterschiedliche Adventsmusik live gespielt.
Außerdem bietet das Hofatelier eine Kunstausstellung mit Verkauf. Ein solch umfangreiches Programm für einen Tag braucht viel Vorbereitung über mehrere Monate.

Vorbereitungen starten im Hochsommer
"Nach dem Adventsmarkt ist vor dem Adventsmarkt" ist deshalb auch das Motto, wenn Ursula Steinert bereits im Hochsommer Künstler und Händler aus nah und fern bittet, sich am 3. Advent an dem Markt zu beteiligen, der zunächst rund um die Kirche St. Mauritius begann, inzwischen aber große Teile des Ortes vom Brauhaus bis zur Bäckerei mit einbezieht.
Und in den Wochen vor dem Adventsmarkt steht im Hause Steinert das Telefon so gut wie nicht mehr still. Da muss sich Ursula Steinerts Mann, mit dem zusammen sie das Architekturbüro betreibt, schon mal allein um die Geschäftspartner kümmern. Denn ihr Organisationstalent wird dann voll und ganz zur Vorbereitung des Marktes benötigt. Das ist dann schon eine extreme Zeit, gibt die 68-Jährige zu.

Zum Glück profitiert sie in solchen Momenten von einer Eigenschaft, die andere sehr an ihr schätzen: "Sie lässt sich nicht entmutigen. Wenn einmal irgendetwas schief geht, macht sie trotzdem weiter."

Anerkennung aus dem Weimarer Rathaus
Einig sind sich die Niedergrunstedter: "Thüringerin des Monats" - den Titel hat Ursula Steinert wirklich verdient. Sie selbst kann nach der ersten Überraschung schnell wieder herzhaft lachen und sieht die Auszeichnung als "Bestätigung, dass das, was man macht, ankommt und offensichtlich auch allen gefällt. Das ist ja das Wichtige daran."

Und dass dieser kleine, feine mit viel ehrenamtlichem Engagement organisierte Adventsmarkt auch den Verantwortlichen im Weimarer Rathaus gefällt, hat zum Tag des Ehrenamtes Bürgermeister Ralf Kirsten zum Ausdruck gebracht, der in Niedergrunstedt Ursula Steinert für ihre Arbeit dankte und ihr zur Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" gratulierte.

Bilder©Gisa Kotzan/MDR