Thüringer des Monats August

30.08.2017 11:17

ist Christian Fuchs aus Hohenleuben im Landkreis Greiz

Foto: mdr

Seinem Engagement, seinem festen Willen und seiner Überzeugungskraft ist es zu verdanken, dass das alte Waldbad der kleinen Stadt im Thüringer Vogtland in diesem Sommer wieder öffnen konnte.

Christian Fuchs ist so zu sagen mit dem Waldbad groß geworden. Seine Eltern haben ihn schon als kleines Kind im Sommer immer mit dorthin genommen. Seine Mutter Edith liebt die Ruhe an diesem idyllischen Platz fernab vom Straßenverkehr. Nur das Zwitschern der Vögel und die Stimmen der spielenden und schwimmenden Kinder bilden hier die Geräuschkulisse. „Das hört man ja gern“, sagt sie, „das ist ein Zeichen dafür, dass sie sich hier wohl fühlen.“ Edith Fuchs ist genau so alt wie das Hohenleubener Schwimmbad: 80 Jahre. Ihr Sohn Christian kommt da mit seinen 39 gerade knapp auf die Hälfte. Für den Zahnarzt, der im Hohenleubener Ortsteil Brückla lebt und in Gera arbeitet, ist es aber eine schöne Abwechslung, wenn er mit seiner Frau und den beiden Söhnen Anton und Emil hier im Waldbad entspannen kann. Dafür hat er sich gern in den vergangenen zwei Jahren richtig ins Zeug gelegt: Das Waldbad war geschlossen worden, weil es den damaligen ehrenamtlichen Betreibern einfach zu viel geworden war. Das sollte kein Dauerzustand werden, hat sich Christian Fuchs gesagt und deshalb hat er sich mit seinem Organisationstalent und seinen Kontakten mit eingebracht. „Er hat es geschafft, die Leute für die Sanierung des Freibades zu mobilisieren“, sagt Yvonne Lochner vom Freundeskreis des Waldbades. Sie hat Christian Fuchs als „Thüringer des Monats“ vorgeschlagen, denn: „Es ist doch toll, dass jemand so etwas für die Gesellschaft macht.“ Und der Mann, der jetzt durch die Auszeichnung von MDR THÜRINGEN und der Thüringer Ehrenamtsstiftung im Mittelpunkt steht, gibt das Kompliment gern zurück: „Mit den Leuten die schon da waren und denen, die noch dazu gekommen sind, hat das dann immer mehr Spaß gemacht.“ Aus einer Hand voll Unterstützer war schnell eine Gruppe von mehr als 30 Leuten geworden.

Das Schwierigste während der Sanierung waren die Betonarbeiten. Putz und Farbe waren an vielen Stellen des Schwimmbeckens abgeplatzt, das Grundwasser drückte herein. „Als Zahnarzt kann ich zwar Löcher füllen“, sagt Christian Fuchs, „aber das ist dann schon eine andere Baustelle, wo ich glücklich war, dass die Stadt Fachpersonal organisiert hat.“ Das Becken leuchtet jetzt wieder in einem tiefen Meeresblau, die von Bäumen umgebene Liege- und Spielwiese sieht sehr gepflegt aus. Das Stichwort Fachpersonal ist allerdings auch ein Grund, der den Badespaß in diesem Sommer fast noch verdorben hätte: Weil das Hohenleubener Waldbad keine fest angestellte Fachkraft beschäftigt, wolle das Greizer Landratsamt entsprechend den in Thüringen geltenden Bestimmungen den Badebetrieb nicht genehmigen. Die Hohenleubener haben das Bad im Juni trotzdem eröffnet. Täglich sind zwei Rettungsschwimmer vor Ort und noch zwei freiwillige Helfer – von der jungen Stadträtin im Erziehungsurlaub bis hin zum pensionierten Sportlehrer. Damit habe man sogar mehr Sicherheit, als mit einem angestellten Bademeister, sagen sie. Denn der ist nicht leicht zu finden. „Aber das ist jetzt unsere Winteraufgabe“, sagt Christian Fuchs. Wenn sich ein Bademeister finde, könne man sämtlichen Unzulänglichkeiten aus dem Weg gehen. Außerdem will die Stadt die entsprechende Verordnung rechtlich prüfen lassen. Das unterstützt auch der Landkreis. Und deshalb haben sowohl Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) als auch Bürgermeister Dirk Bergner (FDP) gemeinsam persönlich Christian Fuchs zur Auszeichnung als „Thüringer des Monats“ gratuliert. Das Engagement zeige, dass die Hohenleubener in einem besonderen Maße zusammenhalten können, so Bergner. Für die Landrätin tanzt Christian Fuchs „im positivsten Sinne auf vielen Hochzeiten. Was er macht, das macht er ganz.“ Das gilt auch für den Karnevalsverein, das Rote Kreuz, den Heimatverein und den Sport. Das Beispiel zeige, wie sehr sich die Ehrenamtlichen mit ihrer Heimat und auch mit der Kleingliedrigkeit identifizieren, so Schweinsburg.