Thüringerin des Monats Juli

20.07.2017 10:38

Maja Eichler aus Pößneck

Foto: mdr

Sie ist die gute Seele und erste Ansprechpartnerin für die in der Stadt lebenden Flüchtlinge. Seit fast zwei Jahren ist sie rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche für die Geflüchteten erreichbar. Für dieses außergewöhnliche Engagement haben MDR THÜRINGEN und die Thüringer Ehrenamtsstiftung die 37-jährige Mutter dreier Kinder als Thüringerin des Monats ausgezeichnet.Aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kommen die meisten der rund 300 Geflüchteten, die zur Zeit in Pößneck leben. Maja Eichler kennt fast jede und jeden von ihnen persönlich. Das Vertrauen ist so groß, dass besorgte Eltern zum Beispiel eher bei Maja Eichler anrufen als bei einem Arzt, wenn ihr Kind Bauchschmerzen hat. Die Pößneckerin hilft auch Sprachbarrieren zu überwinden, egal ob bei Behördengängen, im Jobcenter oder im Krankenhaus. Es sind inzwischen andere Dinge, bei denen die Asyl suchenden Menschen Hilfe benötigen, sagt Maja Eichler. Nicht mehr Unterkunft und Kleidung stehen im Mittelpunkt, sondern eine Ausbildung, ein Arbeitsplatz oder die Möglichkeit, dass Familienangehörige aus den Krisengebieten ebenfalls nach Deutschland kommen und sich hier integrieren können. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen und mit Unterstützung vom Landkreis hat Maja Eichler die Begegnungsstätte "Fluchtpunkt" aufgebaut - das ist der zentrale Treffpunkt für alle, die Rat und Hilfe suchen. 
"Ich bin daran auch gewachsen. Ich wäre weniger ich, wenn ich nicht angefangen hätte, da zu helfen. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich heule auch mal mit, wenn ich die dramatischen Fluchtgeschichten höre oder die Frauen, Männer und Jugendlichen ihre Sorgen und Nöte schildern." 
Maja Eichler

Der Landrat des Saale-Orla-Kreises, Thomas Fügmann (CDU), würdigt das Engagement von Maja Eichler. Sie leiste eine hervorragende Arbeit und habe die Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" wirklich verdient. Die groben Strukturen und Grundvoraussetzungen für die Integration der Geflüchteten habe der Landkreis geschaffen und sich bewusst dafür entscheiden, sie in Wohnungen unterzubringen. Genau hier setze die Hilfe der Ehrenamtlichen an.

"Nämlich die kleinen wichtigen Schritte, um in der Gesellschaft Fuß zu fassen."
Landrat Thomas Fügmann

Damit diese Schritte leichter fallen, lädt Maja Eichler Ratsuchende auch zu sich nach Hause ein und führt mit ihnen teils lange Gespräche auf der Wohnzimmercouch. Klar: Ihr Engagement für die Flüchtlinge will sie fortsetzen und sie will die 500 Euro Preisgeld vom MDR für die Auszeichnung als "Thüringerin des Monats" dafür nutzen, die Begegnungsstätte "Fluchtpunkt" in Pößneck weiter auszubauen.

"Am meisten brauchen die Menschen, die hier sind, Menschen die sie integrieren und die sie an der Gesellschaft teilhaben lassen."
Maja Eichler