Thüringer des Monats Dezember

11.12.2017 15:32

Wilfried Rohleder aus Westerengel ist unser Thüringer des Monats Dezember. Er engagiert sich seit mehr als 40 Jahren im Posaunenchor von Westerengel, den er inzwischen ebenso leitet wie den Kirchenchor der Gemeinde. Ein wichtiges Anliegen ist für ihn dabei, Kinder und Jugendliche für das Singen und Musizieren zu begeistern.

Bild: mdr

Die Musik ist dem heute 56-jährigen Familienvater schon in die Wiege gelegt worden. Schon als Kind begann er im Posaunenchor zu spielen und hat auch seit dieser Zeit eine enge Bindung zur Kirche. Der damalige Pfarrer des Ortes hatte nebenbei einen kleinen Bauernhof mit Tieren, was die Kinder begeisterte. Seit dieser Zeit hat sich in den kleinen "Engelsdörfern" nördlich von Greußen, zu denen neben Westerengel noch Feldengel, Holzengel und Kirchengel gehören, wie anderswo auch viel verändert. Viele Jahre lang war Wilfried Rohleder als Leiter des Posaunen- und des Kirchenchores, als Mitglied des Gemeindekirchenrates und Kirchenältester die rechte Hand des örtlichen Pfarrers. Jetzt, da die Dörfer zum Regionalpfarramt Greußen-Großenehrich gehören, hält Wilfried Rohleder mit seinem Engagement die Kirchgemeinden in den kleinen Orten zusammen, freut sich Esther Maria Fauß, die seit vier Jahren Pfarrerin in Greußen und für die Engelsdörfer ist: "Er ist der gemeinsame Dreh- und Angelpunkt und hält das ganze Musikalische zusammen."

Rund 15 Sängerinnen und Sänger hat der Kirchenchor, sechs Mitspieler sind es im Posaunenchor. Wöchentliche Proben sind natürlich Pflicht, montags wird gesungen, donnerstags erklingen die Posaunen im alten Pfarrhaus von Westerengel. Wilfried Rohleder weiß: Musik, das ist nicht nur Spaß, sondern auch harte Arbeit. "Man muss viel investieren, damit auch etwas Gutes rauskommt." Vor allem viel Zeit investiert Wilfried Rohleder in sein Ehrenamt und wird dabei von seiner Frau Marina tatkräftig unterstützt.  Und er geht immer wieder auf Kinder und Jugendliche zu, um sie für das Singen oder Musizieren zu begeistern - auch wenn es nicht leicht ist, weil ihnen oft das Durchhaltevermögen fehle. Immerhin, bei seiner Tochter Ivonne hat das perfekt funktioniert und daraus ist sogar eine deutsch-deutsche Posaunen-Ehe entstanden: 1989 war der Posaunenchor aus dem baden-württembergischen Schlierbach in Westerengel zu Gast, im Jahr darauf waren Rohleders mit dem Trabi beim Landesposaunentag in Ulm. Zunächst entwickelte sich eine Brieffreundschaft zum Sohn des Schlierbacher Posaunenchor-Leiters, im Jahr 2008 war dann Hochzeit.

Für Wilfried Rohleder bedeutet die Musik aber auch Entspannung vom Stress des Alltags. Der gelernte KFZ-Schlosser hat viele Jahre im Kalischacht Sondershausen gearbeitet und so führte ihn sein weg auch ins dortige Bergmannsorchester, wo er immer noch Mitglied ist. "Man konzentriert sich auf die Musik, das bringt einen auf andere Gedanken und gibt einem Kraft", sagt er.

Und in Höchstform kann man Wilfried Rohleder dann im Gottesdienst erleben, wie am 1. Advent in der kleinen und gut besuchten St. Benedicti-Kirche von Westerengel. Die Bläser des Posaunenchores eröffnen nach dem Verklingen der Kirchenglocken, wenige Minuten später dirigiert Rohleder den Kirchenchor und steigt kurz darauf die Stufen zur Orgel empor, um den Gesang der Gemeinde zu begleiten. Das will er auch gern so fortführen, so lange er gesundheitlich dazu in der Lage ist. Bei all diesem Engagement steht Wilfried Rohleder nur ungern im Mittelpunkt, über die Auszeichnung als "Thüringer des Monats" hat er sich dann aber doch gefreut.