Kommentar: Bildungsrepublik Deutschland - nicht ohne bürgerschaftliche Kompetenzen

16.07.2010 12:45

Anlass zur Diskussion mit engagementpolitischem Bezug bietet aktuell die Herausforderung, bis 2012 den Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) für lebenslanges Lernen in einen nationalen (DQR) zu übersetzen. Eine Anhörung im Bildungsausschuss des Bundestages zeigt, dass die offizielle Debatte, anders als von Brüssel empfohlen, derzeit auf formale, Abschluss bezogene Bildung beschränkt wird. Eine gleichwertige Anerkennung von Kompetenzen, die in non-formalen und informellen Kontexten erworben werden, muss in Deutschland noch vorangetrieben werden. In anderen Ländern, beispielsweise in Frankreich, ist sie bereits Alltag. Ein genuiner Ort informellen Lernens ist das bürgerschaftliche Engagement. Erführen hier erworbene Kompetenzen mehr Anerkennung, würde Engagement im gesellschaftlichen Bewusstsein zusätzlich aufgewertet. Zu erwarten wäre ein für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands wichtiger (Motivations-) Schub. In ihrem Kommentar fordern die Weiterbildnerinnen Ortrud Harhues und Annette Mörchen eine Kurskorrektur und die dafür notwendige Lobbyarbeit auf Bundes- und Länderebene. Eine gute Basis dafür bietet die jüngst vorgelegte Expertise von Dehnbostel et al.

Gastbeitrag Ortrud Harhues und Annette Mörchen unter
http://www.b-b-e.de/fileadmin/inhalte/aktuelles/2010/07/nl14_harhues_moerchen.pdf