Unterwegs

30.06.2016 09:12

Integration heißt Teilhabe – Partizipation und Engagement für, mit und von Geflüchteten

Fachtagung der Stiftung Mitarbeit vom 21. - 22.Juni 2016

© Timo Jaster /Stiftung Mitarbeit

„Der Wohnraum fehlt an allen Ecken und Enden und zwar nicht nur bei Notunterkünften für Geflüchtete, auch beim sozialen Wohnungsbau muss dringend ausgebaut werden. Die Genossenschaften und Kommunen wollen das tun, aber der Staat wird das finanziell unterstützen müssen.“ Mit diesem Zitat aus dem Jahre 1946 holte Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, die Teilnehmer gleich zu Beginn ins Jetzt und Heute. Was damals den einzelnen Helfenden wohl aber fehlte ist die Vernetzung, eines der großen Ziele der Veranstaltung in der Repräsentanz Berlin der Robert Bosch Stiftung.

‚Teilhaben‘ konnten die ca. 150 Vertreter aus Kommunen, gemeinnützigen Organisationen, ehrenamtlichen Initiativen und Migrantenselbstorganisationen insbesondere im Gespräch mit ausgewählten Politikern. Mitglieder des Unterausschusses „Bürgerschaftliches Engagement“ stellten sich konkreten Forderungen, welche im Vorhinein gemeinsam in den unterschiedlichen Workshops der Tagung erarbeitet wurden. Auch wenn hier und da die Behäbigkeit der deutschen Gesetzeslage als Begründung herangezogen wurde, gaben die Tagungsteilnehmer den Politikern doch ein recht eindeutiges Feedback mit nach Hause: So fordern bundesweite Förderprogramme zum Beispiel zu oft die künstliche Angleichung erfolgreich bestehender Projekte, anstatt diese in ihrer funktionierenden Struktur zu unterstützen. Aber auch die unterschiedliche Behandlung aufgrund des Aufenthaltsstatus  wurde scharf kritisiert, da sie das Grundprinzip von Teilhabe untergrabe.

Diese und weitere Anliegen wurden zuvor in den einzelnen Workshops erarbeitet. Die Thüringer Ehrenamtsstiftung tauschte sich dabei zum Thema „Koordination und Vernetzung: Unterstützung für neues Engagement in der Flüchtlingsarbeit“ aus. Freiwilligenagenturen mit ihrer langjährigen Erfahrung übernehmen in Deutschland nicht selten die Funktion des Vernetzens und Förderns neuer Kooperationen und Initiativen und bilden mit ihrer Position innerhalb der bunten Engagementlandschaft ein optimales Dreh- und Angelkreuz. Doch auch hier war nach 90 Minuten klar, dass jede Kommune, jeder Landkreis gerade so individuell ist, wie die Menschen die dort wohnen.

Einen goldenen Mittelweg gibt es deshalb wohl nicht, gute Vorbilder aber sehr wohl. Diese konnten wir an den zwei Tagen reichlich kennenlernen und fühlen uns nun bestärkt und inspiriert für die Arbeit mit unseren Thüringer Akteuren.

 

Vielen Dank an die Stiftung Mitarbeit!