Thüringerin des Monats Juli 2008
Unsere Thüringerin des Monats ist eine junge Frau, die sich während ihres Studiums in außergewöhnlicher Weise ehrenamtlich engagiert hat. Josefine König liegen Kinder aus sozial schwachen Familien besonders am Herzen.
Die 22-jährige Erziehungswissenschaftlerin, die aus Dresden stammt, hat lange Zeit in dem Betreuungsprojekt der Arbeiterwohlfahrt „Kinderladen“ im Erfurter Plattenbau-Gebiet Roter Berg mitgearbeitet. Jeden Nachmittag kommen dort in der Woche rund 10 bis 20 Mädchen und Jungen hin, um zu spielen, zu basteln oder zu tanzen. Vor allen Dingen wollten die Kinder aber mit den ehrenamtlichen Betreuerinnen der AWO reden, zum Beispiel über Probleme, die es zu Hause gibt. Zuhören sei mit das Wichtigste, sagt Josefine König. Anscheinend hätten diese Kinder sonst niemanden, mit dem sie reden könnten oder der mit ihnen etwas Sinnvolles mache.
Kontakt zu den Eltern der Kinder gebe es trotz zahlreicher Versuche nicht. „Wir wollen den Kindern Raum geben, noch Kind zu sein, obwohl sie in der rauen Umgebung oft schon ein Stück erwachsen sein müssen“, sagt Josefine. Für Kinder, die nicht mit ihren Eltern gemeinsam in den Urlaub fahren können, hat sie auch Ferienfreizeiten mit organisiert. Dank der Unterstützung durch Spenden und Sponsoren können jeweils rund 25 Kinder eine Woche lang fast kostenlos in Kirchheiligen, Eisenberg oder Lauscha sich erholen und etwas erleben.
In dieser Woche hat Josefine König ihr Studium an der Universität Erfurt als Bachelor abgeschlossen. In den nächsten Monaten wird sie sich erst einmal um den eigenen Nachwuchs kümmern. Elke Hemmann, die die ehrenamtlichen Helfer bei der AWO betreut, ist sich sicher, dass Josefine König sich nach der Babypause wieder engagieren wird: „Sie hat ihr Wissen und ihr Herz in die Arbeit mit eingebracht. Das ist ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden. Deshalb weiß ich ganz bestimmt, dass sie wiederkommt.“


