Thüringer Ehrenamtscard in Suhl eingeführt
Suhl - Die Thüringer Ehrenamtscard ist nunmehr auch in Suhl auf den Weg gebracht. Vor zweieinhalb Jahren durch einen Antrag der SPD-Stadtratsfraktion initiiert, wurde gestern im Rathaus zwischen der Thüringer Ehrenamtsstiftung und der Stadtverwaltung die entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.
Mit der Ehrenamtscard will die Stadt Suhl - zusätzlich zu bereits bestehenden Auszeichnungen - engagierte Bürger auf besondere Weise würdigen, will Danke sagen für jahrelanges, uneigennütziges Wirken im Ehrenamt - ob nun in der Freiwilligen Feuerwehr, auf sportlichen Gebiet, in Sachen Kultur oder auf der sozialen Strecke.
"Hätten wir das Ehrenamt nicht - unsere Gesellschaft wäre weder lebens- noch liebenswert", machte Volker Düssel, Vorsitzender des Stiftungsvorstands, zur Unterzeichnung deutlich.
Auf Grund der demografischen Entwicklung, so Düssel, komme dem Engagement noch stärkere Bedeutung zu. "Der Staat allein kann die sozialen Aufgaben künftig nicht leisten", ist er überzeugt.
Suhl als 14. Stadt dabei
Etwa 750 000 Thüringer leisten derzeit in ihrer Freizeit ehrenamtliche Arbeit. Doch die Zahl all jener, die in den Genuss ihres vielfältigen Wirkens kommen und davon auf unterschiedliche Weise profitieren, liegt
um ein Vielfaches höher.
Suhl ist die 14. Gebietskörperschaft im Freistaat, in der die landesweit und für zwei Jahre gültige Card eingeführt und an besonders verdienstvolle Bürger verliehen wird. Dies soll freilich nicht inflationär geschehen. Im Suhler Rathaus will man sich auf die Vergabe von 30 bis 35 Ehrenamtscards jährlich
einpegeln. Je nach eingegangenen Anträgen könnten es auch mal mehr, mal weniger sein, ließ Bürgermeister Klaus Lamprecht (Die Linke) wissen. In seiner Verantwort liegt die Auswahl der Auszuzeichnenden. In diesem Jahr sind zwölf Anträge eingegangen. Die Vergabe erfolgt während der jährlichen Ehrenamtsveranstaltung am 7. Dezember.
Das Besondere an der Ehrenamtscard ist ihre Doppeldeutigkeit - und das im besten Sinne. Die Card bringt Bürger und Unternehmen, Geschäfte sowie Einrichtungen zusammen: Dank der Bereitschaft aus Wirtschaft, Handel und Kultur können die Card-Inhaber ein breit gefächertes Angebot an vergünstigten
Leistungen und Rabatten nutzen - und das zwischen Nordhausen und Sonneberg, zwischen Eisenach und Altenburg, uneingeschränkt und unabhängig vom eigenen Wohnort. Nach Auskunft von Brigitte Manke,
Geschäftsführerin der Thüringer Ehrenamtsstiftung, wurden 2006 im Altenburger Land die ersten Ehrenamtscards vergeben. Seither erhielten an die 800 Thüringer Bürger diese Auszeichnung, die von etwa 600 Unternehmen und Einrichtungen ermöglicht wird.
Hoffnung auf mehr Beteiligung
In Suhl, so Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos), haben bisher acht Firmen ihre Bereitschaft
zugesichert. Neben dem CCS, dem Ringberghotel, dem Friz, Greif-Optik, der Apotheke im Marktkauf,
Adlerapotheke und Freies Wort gehören dazu die städtischen Einrichtungen wie Waffenmuseum,
Tierpark, Stadtbücherei, VHS, Sternwarte, Musikschule. Dass sich von den einst 70 angeschriebenen und
um Mitbeteiligung gebetenen Unternehmen nur zehn Prozent dazu bereit erklärten, wertete das
Stadtoberhaupt dennoch als einen guten Auftakt. Er sei zuversichtlich, dass mit dem wachsenden
Bekanntwerden der Ehrenamtscard sich auch die Zahl der Förderer erhöhen werde. Für die Firmen, die für
ihr Engagement keinen zusätzlichen Cent zahlen, sei dies eine Werbung für ihre Leistungen, aber auch
eine Möglichkeit, sichtbar zu machen, dass ihnen das Ehrenamt der Bürger am Herzen liegt, so Triebel.
"Eine Gesellschaft funktioniert vor allem durch gegenseitiges Geben und Nehmen."
Von der Thüringer Ehrenamtsstiftung, die sich aus Landesmitteln speist, erhält Suhl 1000 Ehrenamtscards
und 18 000 Euro Fördermittel.


