Thüringerin des Monats November 2008

08.12.2008 17:08

Unsere Thüringerin des Monats November ist Kerstin Möhring aus Schleusingerneundorf.

Die 42-jährige Lehrerin für Deutsch und Kunst am Gymnasium Georgianum Hildburghausen hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Schicksal jüdischer Bürger aus ihrer Heimatstadt Schleusingen in der Zeit des Nationalsozialismus aufzuklären. Für Geschichte habe sie sich schon immer interessiert, sagt Kerstin Möhring. Mitte der 90-er Jahre begann sie, das Leben der Schleusinger Juden zu erforschen. Ihre Oma habe ihr aus dem Alltag in den 20-er und 30-er Jahren erzählt, konnte aber nicht sagen, was aus den jüdischen Menschen in Schleusingen geworden ist. In jahrelanger Kleinarbeit hat Kerstin Möhring deshalb Zeitzeugen befragt und in Archiven nachgeforscht. So konnte sie durch ihre beharrliche Arbeit das Schicksal von 40 jüdischen Menschen klären, die einst in Schleusingen lebten und von den Nationalsozialisten misshandelt, vertrieben, deportiert oder umgebracht wurden. Auch gegen Widerstände und Vorbehalte hat sich Kerstin Möhring durchgesetzt. Und so erinnert Dank ihrer Initiative seit dem 9. November, dem 90. Jahrestag der nationalsozialistischen Pogromnacht, eine Stele mit allen 40 Namen an das Schicksal der Schleusinger Juden. Für Kerstin Möhring ist die Arbeit damit aber noch nicht beendet. Im kommenden Jahr will sie ein Buch zur jüdischen Geschichte herausbringen. In ihrer Freizeit pflegt sie darüber hinaus den jüdischen Friedhof in Schleusingen.