Brigitte Pohl aus Gotha ist Thüringerin des Monats November

28.11.2014 10:48

Brigitte Pohl (l.) mit MDR-Redakteurin Sina Reeder. Foto: MDR

Die 60-jährige Restauratorin für Porzellan, Glas und Keramik bei der Stiftung Schloss Friedenstein hat sich nach dem folgenschweren Brand auf Schloss Ehrenstein in Ohrdruf ehrenamtlich für den Erhalt der wertvollen Puppensammlung engagiert. „Ich wollte einfach helfen“, sagt sie. Noch am Tag des Brandes, am 26. November vor einem Jahr,  war sie vor Ort und hat spontan ihre Hilfe zugesagt. Seitdem ist Brigitte Pohl oft noch nach Feierabend an ihrem Arbeitsplatz auf Schloss Friedenstein zu treffen, denn die vor allem von Ruß und Löschwasser beschädigten Puppen restauriert sie in ihrer Freizeit und unentgeltlich. Glück im Unglück für die Puppen sozusagen, denn die Teddysammlung von Schloss Ehrenstein verbrannte fast vollständig. 28 Puppen aus der Ohrdrufer Sammlung hat Brigitte Pohl bereits bearbeitet und wiederhergestellt –darunter auch wertvolle Unikate aus der Ohrdrufer Spielzeugfabrik. Speziell um die Porzellanteile, vor allem um die Puppenköpfe kümmert sie sich. Minimal zwei bis drei Stunden pro Puppe dauert das allein im Fall einer leichten Verschmutzung. Wenn dann noch Lehmteile aus der Decke sich auf dem Porzellan festgesetzt haben oder der Kopf gar in Scherben zerbrochen ist und wieder zusammengefügt werden muss, dann muss Brigitte Pohl ein Vielfaches der Zeit aufwenden. Aber diese Zeit investiert sie gern. Sie sagt: „Das Museum in Schloss Ehrenstein ist das Lebenswerk so vieler Ohrdrufer. Man kann doch nicht einfach zuschauen, wie das kaputt geht.“ Deshalb hat unsere Thüringerin des Monats neben ihrer eigenen Hilfe auch noch den Kontakt zu einer Textilrestauratorin für die Puppenkleider vermittelt. Und Brigitte Pohl will auf alle Fälle ihre ehrenamtliche Arbeit fortsetzen. Sie wünscht sich, dass spätestens  in drei Jahren in Ohrdruf wieder eine erste Ausstellung nach dem Brand auf Schloss Ehrenstein öffnen kann.