Thüringer des Monats Oktober 2013

04.11.2013 08:56

Carsten Hauschild aus Günstedt im Landkreis Sömmerda ist unser Thüringer des Monats Oktober

Fotos: MDR Thüringen

Der 53-jährige Familienvater ist ein vielseitig engagierter Mensch und eine wichtige Stütze für das Gemeinschaftsleben in seinem Heimatort. Seit 30 Jahren ist Carsten Hauschild Kraftsportler. Im wenige Kilometer entfernten Weißensee leitet er den Kraftsportverein und trainiert Jugendliche.

In Günstedt jedoch hat er etwas Einzigartiges geschaffen: Kurzentschlossen kaufte der Elektromeister vor fünf Jahren die alte Schule, um sie vor dem Verfall zu bewahren. In Privatinitiative saniert er das Haus und baut es Schritt für Schritt zu einem Treffpunkt für die Bürger und Vereine des Ortes aus. Seine Frau und seine drei inzwischen erwachsenen Töchter sowie Freunde und Verwandte unterstützen ihn dabei. Das Motto: „Das Haus ist groß und wir haben Raum für Ideen.“ Vieles ist in Eigenleistung entstanden, weil die finanziellen Mittel der Familie für dieses Projekt beschränkt sind. So gibt es bereits liebevoll eingerichtete Räumlichkeiten, in denen regelmäßig Bastelnachmittage und Yoga-Kurse stattfinden. Jeder hat seine Gestaltungsideen mit eingebracht, Tochter Anna zum Beispiel hat sich große Spiegel im Sportraum gewünscht, weil so das Tanzen viel mehr Freude macht. Ihre Eltern hätten es vorgelebt, sagt sie, dass es Spaß machen kann, sich zu engagieren und etwas für andere zu tun. Und die Tanzgruppe des Faschingsvereins Günstedt freut sich natürlich über die Idee mit den Spiegeln. Carsten Hauschild hat in dem Haus auch eine kleine Bibliothek eingerichtet, die dank zahlreicher Spenden bereits mehrere tausend Bücher umfasst und die er jeden Montag ehrenamtlich öffnet. Hier kann man zwischen alten hölzernen Regalreihen auf die Suche nach seiner Lieblingslektüre gehen und auch schon mal ein paar Seiten auf dem gemütlichen Sofa lesen oder die Bücher ausleihen. Kinder lädt Carsten Hauschild hierher zu speziellen Veranstaltungen ein, wie zum Beispiel „Robin Hood liest Robin Hood“. Bücher sind auch sein Traum für den weiteren Ausbau des Hauses, mit Regalen bis unter die Decke, in denen die obersten Reihen nur noch mit einer kleinen Leiter erreichbar sind. „Wir werden das Haus weiter füllen, wir lassen es wachsen, das ist unser Ziel“, sagt er.