Thüringerin des Monats Juni 2016

05.07.2016 12:18

Ulrike Drasdo aus Hohenfelden im Weimarer Land ist unsere Thüringerin des Monats Juni

Fotos: mdr

Das Herz der 64-jährigen Diplomtextilgestalterin schlägt für Nepal. Seit mehr als zehn Jahren unterstützt sie dort auf der Straße lebende Kinder und auch eine Armenapotheke. Im Jahr 2002 hatte Ulrike Drasdo zum ersten Mal Nepal besucht, als Mitglied einer internationalen medizinischen Forschungsexpedition. Bei Besuchen in verschiedenen Krankenhäusern wurde die gelernte Physiotherapeutin mit dem großen Leid der Menschen konfrontiert und wusste sofort, dass Hilfe dringend nötig ist. Mehrmals ist Ulrike Drasdo in den folgenden Jahren nach Nepal gereist und hat sich in der Hauptstadt Kathmandu besonders um Straßenkinder gekümmert. „Sehr gefährdet sind die Mädchen“, sagt Ulrike Drasdo, „sie werden verkauft, vergewaltigt und in Bordelle gesteckt“. Deshalb hat sie den Mädchen ihre Kunst, das Weben von Teppichen, beigebracht. Das ist eine gute Einnahmequelle, auch hier in Deutschland werden die Teppiche gut verkauft. Deshalb nimmt Ulrike Drasdo immer einige mit zu ihren regelmäßigen Diavorträgen über Nepal. Insgesamt sind aus den Erlösen und Spenden schon mehr als 40.000 Euro zusammengekommen, die den sozialen Projekten in Nepal zu Gute kommen – den Straßenkindern und der Armenapotheke von Kathmandu. Für die 500 Euro Preisgeld vom MDR hat Ulrike Drasdo natürlich auch schon eine Verwendung: „Die gehen nach Nepal, das ist ganz klar, die gehen in die Erdbebenhilfe.“ Denn auch mehr als ein Jahr nach der schweren Naturkatastrophe sind dort zum Beispiel viele Schulen noch nicht wieder aufgebaut. Der Erfurter Roland Büttner hat die engagierte Hohenfeldenerin für die Auszeichnung als „Thüringerin des Monats“ vorgeschlagen. Er schätzt besonders ihre Beharrlichkeit bei ihren Hilfsprojekten. Und Hilfe bietet die Textilkünstlerin auch hier in Thüringen an. Jeden Montag treffen sich bei ihr zu Hause Flüchtlingsfrauen aus Indonesien, Afghanistan und Kambodscha zum Webkurs oder auch zum gemeinsamen Kochen. Neben Kunst und Kultur lernen sie auf diese Weise ganz nebenbei auch die deutsche Sprache kennen.