Thüringerin des Monats September 2012

01.10.2012 08:35

Astrid Adler aus Tiefenort ist Thüringerin des Monats September 2012

Fotos: mdr

Mit enormem persönlichem Einsatz hat Astrid Adler ein Stück Heimatgeschichte erforscht und zur 875-Jahrfeier des kleinen Ortes im Wartburgkreis in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Wendejahr 1989 hat ein überraschender Besuch aus den USA Astrid Adlers Interesse für die Wege und das Schicksal der Familien geweckt, die im 19. Jahrhundert nach Übersee auswanderten. Weil sie am besten Englisch konnte, unterstützte sie den Studenten Scott Messing bei seiner Suche nach familiären Wurzeln in Tiefenort, stets begleitet von kritischen Blicken der Staatssicherheit. Es entstand eine dauerhafte Freundschaft zu der Familie und so erforschte Astrid Adler den Stammbaum der Messings. In alten Kirchenbüchern fand sie noch zahlreiche weitere Hinweise auf ausgewanderte Familien. Es folgten Recherchen in Schiffsregistern und sogar Unterlagen von Volkszählungen. Unzählige Gespräche mit Nachfahren der früheren Auswanderer führte sie. Mit Unterstützung von vielen Tiefenortern, amerikanischen Ahnenforschern und dem Auswanderermuseum in Hamburg hat sie nun eine umfangreiche Ausstellung über die Auswanderer mit Stammbäumen, Namenslisten, alten Fotos und Briefen zusammengestellt. „Wie ein großes Puzzle ist diese Arbeit“, sagt Astrid Adler. Der Bürgermeister von Tiefenort, Ralf Rubisch, hat das Projekt unterstützt und ist beeindruckt, dass zur 875-Jahrfeier des Ortes insgesamt 1200 Besucher innerhalb von nur acht Tagen die Ausstellung angesehen haben. Auf Initiative von Astrid Adler waren zum großen Familienabend Gäste aus ganz Deutschland, der Schweiz, den USA und Kanada gekommen. Familien wieder zusammen zu bringen, das mache den Reiz ihrer Arbeit aus, sagt sie. Für ihre Recherchen hat die freiberufliche Unternehmensbetreuerin monatelang beruflich und auch privat zurückgesteckt. Und: Astrid Adler will ihre Arbeit fortsetzen – ein Buch über die Tiefenorter Auswandererfamilien will sie schreiben und wohl im nächsten Urlaub – in Milwaukee, USA – weiter auf Spurensuche gehen. Denn dort sollen die meisten Tiefenorter Auswanderer gelandet sein.