Thüringerinnen des Monats November 2009

30.11.2009 15:26

Sylvia Lusebrink aus Henschleben und Kerstin Merkel aus Alperstedt

Foto:mdr

Engagiert und couragiert haben sich beide Frauen dafür eingesetzt, dass die 65 geistig und körperlich behinderten Schüler der Förderschule Sömmerda seit Ende Oktober in einem sanierten barrierefreien Schulgebäude lernen und betreut werden können.

„Ich glaube, hier ist ein Märchen wahr geworden“, sagt Kerstin Merkel stolz über das Erreichte. Eines ihrer drei Kinder, der zwölfjährige Markus, lernt in der Förderschule „Maria Martha“ der Stiftung Finneck. Über die Zustände, unter denen die Kinder noch vor zwei Jahren tagtäglich leben mussten, sei sie entsetzt gewesen: Keinen Fahrstuhl gab es, nur eine Treppenraupe für Rollstuhlfahrer – nicht einmal einen zweiten Rettungsweg, auf dem die Kinder im Brandfall in Sicherheit gebracht werden könnten. Für ihren eigenen Sohn hätte sie sicher eine Lösung finden können, so Kerstin Merkel, ihr habe aber auch das Schicksal der anderen 64 Schüler im Alter von 7 bis 21 Jahren sehr am Herzen gelegen.

Gemeinsam mit der Vorsitzenden des Schulfördervereins, Sylvia Lusebrink hat Kerstin Merkel für die Sanierung der Schule Spenden gesammelt und Unterstützer gesucht, rund 600 Briefe an Firmen in ganz Deutschland und an Politiker geschrieben, den damaligen Kultusminister Jens Göbel persönlich angesprochen und überzeugt. „Es war ein langer Weg“, sagt Sylvia Lusebrink, Mutter zweier Kinder. Aber beide Frauen haben sich durchgesetzt. Sie wissen: Die Kinder, die an dieser Schule lernen, brauchen Hilfe mehr als jedes andere Kind. Sie haben nun weitere Pläne, um den Schulalltag zu verbessern, zum Beispiel mit einem Volleyballplatz und einer Ruhe-Oase im Außengelände der Schule. „Wir bleiben da schon dran“, sagen unsere beiden Thüringerinnen des Monats.