Pressemitteilung des BMFSFJ

11.08.2009 15:21

Staatssekretär Gerd Hoofe: " Familien in Deutschland profitieren ganz wesentlich von bürgerschaftlichem Engagement"

Bundesfamilienministerium und Wissenschaftszentrum Berlin für
Sozialforschung
(WZB) veröffentlichen Bericht zu Perspektiven bürgerschaftlichen
Engagements in Deutschland


Rund ein Drittel der Bevölkerung - zwischen 30 und 36 Prozent -
engagiert sich freiwillig. Mindestens einmal im Monat - also regelmäßig
- engagieren sich 17 Prozent der Menschen. Das ist das Ergebnis eines
Berichts zur Lage des bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland. Im
Mittelpunkt der Untersuchung, die vom Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend gefördert und vom Wissenschaftszentrum
Berlin für Sozialforschung (WZB) erarbeitet wurde, steht der
Zusammenhang zwischen bürgerschaftlichem Engagement und Familie.

"Die Kraft des bürgerschaftlichen Engagements eröffnet riesige Chancen
für die Zukunft unserer Gesellschaft", erklärt Gerd Hoofe,
Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, anlässlich der
Veröffentlichung der Studie. "Wenn wir die Potenziale weiter erschließen
wollen, muss es noch einfacher und attraktiver sein, für andere aktiv zu
werden. Der Bericht liefert uns wichtige Informationen, um die Weichen
für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements richtig zu
stellen", so Hoofe weiter.

Die WZB-Forscher haben herausgefunden, dass Familien, Kinder und
Senioren mit 49 Prozent die wichtigsten Empfänger von Engagement sind.
Die Familien engagieren sich jedoch auch selbst überdurchschnittlich
häufig: Paare mit Kindern bis 14 Jahren sind zu zwei Dritteln freiwillig
aktiv. Dieses familienbezogene Engagement wird überwiegend von Frauen
geleistet. Familienorientiertes bürgerschaftliches Engagement hat viele
Gesichter - als nachbarschaftliche Hilfe im Freundeskreis ebenso wie in
fest organisierten Strukturen, etwa Vereinen. An den 500
Mehrgenerationenhäusern sind freiwillig Engagierte mit einem Anteil von
61 Prozent beteiligt. Ein Beispiel für den wichtigen Beitrag
bürgerschaftlich Engagierter zu familienunterstützenden Leistungen sind
die rund 4.400 Elterninitiativen, die etwa vier Prozent aller
Betreuungsplätze stellen. Auch die Engagementquoten Älterer sind in den
vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen. Wenn sich ältere
Menschen um eine bestimmte Zielgruppe kümmern, dann bevorzugen sie ihre
eigene Altersgruppe. Das gilt auch für Jugendliche. So geben 58 Prozent
der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen an, dass ihr
Engagement Kindern und Jugendlichen zugute kommt.

Der freiwillige Einsatz für andere wird sich vor dem Hintergrund des
demografischen Wandels verändern. Wachsen wird das Engagement in den
Bereichen, in denen es um die Belange der Älteren geht: in der
Kurzzeitpflege, dem kommunikativen und sozialen Miteinander oder der
Beratung von pflegenden Angehörigen. Um das bürgerschaftliche Engagement
stärker zu fördern hat die Bundesregierung Eckpunkte einer nationalen
Engagementstrategie beschlossen. Damit sollen die Rahmenbedingungen für
das freiwillige Engagement verbessert und weiter entwickelt werden. Das
Nationale Forum für Engagement und Partizipation wird bis Herbst
gezielte Handlungsvorschläge erarbeiten. Die nächste Bundesregierung
wird so konkrete und wirksame Empfehlungen von den Experten in eigener
Sache vorfinden, wie das freiwillige Engagement in Deutschland weiter
gestärkt werden kann.

Der jetzt vorliegende Bericht ist ein Vorläuferbericht für die künftig
einmal pro Legislaturperiode erfolgende Berichterstattung zum
bürgerschaftlichen Engagement, zu deren Erstellung der Bundestag die
Bundesregierung beauftragt hat. Dieser künftige Bericht soll den
jeweiligen Stand der Engagementpolitik einschließlich der politischen,
rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des
bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland berücksichtigen.