Peter Rothe ist Thüringer des Monats Oktober

30.10.2014 15:26

Diplomingenieur aus dem Saale-Holzland-Kreis engagiert sich seit 20 Jahren für den Tierschutz

Seit 20 Jahren engagiert sich der Maschinenbau-Diplomingenieur für den Tierschutz im Saale-Holzland-Kreis. „Ich bin immer schon ein Tier-Narr gewesen und mit Katzen aufgewachsen“, sagt der 69-Jährige. Im Jahr 1996 übernahm Peter Rothe den Vorsitz des Tierschutzvereins Saale-Holzland-Kreis, der das Tierheim in Eisenberg betreibt. Dieses Ehrenamt füllt er seitdem ohne Unterbrechung aus und investiert sehr viel Freizeit für „seine“ Tiere.

Die frühere Schießsportanlage, die zu DDR-Zeiten von der „Gesellschaft für Sport und Technik“ genutzt wurde, hat sich dank des Engagements von Peter Rothe und seiner Mitarbeiter in ein Tierdomizil mit Wohlfühlcharakter gewandelt. Große, helle Räume, umzäunte Auslaufflächen und geräumige, teils überdachte Zwinger stehen den Hunden, Katzen und auch Kleintieren auf dem parkähnlich angelegten Gelände zwischen Bäumen, Sträuchern und Beeten zur Verfügung. Rund 40 bis 50 Katzen leben regelmäßig hier, die Mehrheit sind „Freigänger“. Dazu kommen 10 bis 20 Hunde, in Urlaubszeiten sind auch immer einige von ihnen „Pensionsgäste“.

Es ist vieles in Eigeninitiative entstanden, sagt Peter Rothe, zum Beispiel auch die Räume mit Fußbodenheizung für junge Katzen. Da die finanziellen Mittel des Heims stets knapp sind, müssen die Mitarbeiter auch mit anpacken, wenn Räume saniert oder undichte Dächer repariert werden müssen. Peter Rothe ist im ganzen Landkreis unterwegs, um bei Politikern oder regionalen Unternehmen Geld und Unterstützung für das Tierheim einzuwerben. Er organisiert zusammen mit den Mitarbeitern des Heims Tage der offenen Tür und macht mit Info-Ständen auf die Arbeit des Tierheims und auf den Tierschutz aufmerksam. Seine Frau Christine unterstützt ihn dabei.

Ein großes Problem sieht der Vereinschef ab dem nächsten Jahr auf sich zukommen. Dann muss er für alle Tierheim-Mitarbeiter Mindestlohn zahlen. „Ich weiß noch nicht, wie wir das schaffen können“, sagt Peter Rothe. Jährlich bekommt das Tierheim 7000 Euro Unterstützung vom Landkreis, damit sind aber die Mehrkosten noch nicht gedeckt.

Über viele Jahre hat Peter Rothe auch persönlich einen Hund im Eisenberger Tierheim betreut. Seine Arbeit in der Forschungsabteilung des Hermsdorfer Instituts für Technische Keramik hat er so organisiert, dass er jeweils in der Mittagspause Spaziergänge mit dem Schäferhund-Rottweiler-Mischling Lux unternehmen konnte. Zwei Mal musste das Tier operiert werden, danach hatte Peter Rothe jeweils sogar für zwei Tage bei „seinem“ Hund geschlafen. „Ich habe sehr an ihm gehangen“, sagt er, „und er fehlt mir heute noch.“

Der Vorschlag, den Vorsitzenden des Tierschutzvereins als Thüringer des Monats auszuzeichnen, kommt von dem Ehepaar Johanna und Richard Winter aus Stadtroda. Beide sind ebenfalls sehr tierlieb und unterstützen das Eisenberger Tierheim seit vielen Jahren, auch finanziell. Sie schätzen an Peter Rothe, dass er sich so selbstlos für die Tiere engagiert. Richard Winter sagt: „Ich kann nur meinen Hut ziehen und wünschen, dass noch viele, viele Leute einen ähnlichen Weg gehen.“