Thüringer des Monats Oktober

30.10.2015 09:57

Ute Schreck aus Erfurt ist unsere Thüringerin des Monats Oktober 2015

Bild: mdr

Sie leitet seit 15 Jahren die Arbeitsgruppe Erfurt des Kinderhilfswerks UNICEF, die sie im Herbst 1995 selbst mit gegründet hat.

Was die heute 74-Jährige als Kind erlebte, das prägt noch jetzt ihr ehrenamtliches Handeln. Aus Breslau in Schlesien musste ihre Mutter mit ihr zum Kriegsende 1945 fliehen. In Oberfranken bei Coburg fanden sie zunächst eine neue Heimat. Nach Leid und Entbehrungen der Flucht wurden sie mit viel Herzenswärme empfangen und unterstützt. Dafür ist Ute Schreck sehr dankbar und davon möchte sie gern etwas weitergeben. Im Jahr 1995, kurz nachdem sie mit ihrem Mann aus München nach Erfurt gekommen war, hatte sie die Bilder des Krieges auf dem Balkan vor Augen, heute sind es die Flüchtlingskinder aus Syrien.

Fast täglich ist Ute Schreck in dem kleinen UNICEF-Laden am Erfurter Fischmarkt. Grußkarten verkaufen, über die Arbeit von UNICEF informieren und Spenden einwerben – das ist die Hauptarbeit für sie und ihre 16 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen hier. Der Laden ist montags bis freitags immer von 10 bis 18 Uhr geöffnet, zusätzlich an den Adventswochenenden. Dann helfen weitere Unterstützer der Erfurter Arbeitsgruppe aus. Zur Gruppe gehören zwei regionale Teams in Weimar und Mühlhausen sowie eine Hochschulgruppe in Erfurt. Ute Schreck und ihre Mitstreiterinnen organisieren auch Projekte an Schulen, Diskussionsrunden zu Kinderrechten und Benefizkonzerte. Gerade im Oktober fand eines im Erfurter Rathausfestsaal zu Gunsten des Projekts „Schule macht glücklich – Bildung für Kinder in syrischen Flüchtlingslagern“ statt. 1400 Euro sind dabei zusammengekommen. Die Stadt Erfurt unterstützt die UNICEF-Gruppe wo das nur möglich ist. Die Landeshauptstadt war im Jahr 2005 sogar UNICEF-Partnerstadt. Im Rathaus hat man immer ein offenes Ohr, sagt Ute Schreck. „Das würden sich viele meiner Kolleginnen in anderen Städten wünschen, dass das so reibungslos geht.“

Auf einem Treffen der UNICEF-Leiterinnen im Taunus hat sie im Frühsommer den Königsteiner Appell mit verabschiedet unter dem Motto: „Ein gutes Miteinander ist eine Chance für die Flüchtlingskinder – und für Deutschland.“ Für die Zukunft wünscht sich Ute Schreck von den Menschen hier noch mehr Verständnis dafür, dass UNICEF sich vor allem für Kinder engagiert, die nicht in Deutschland leben. „Ja, es gibt hier auch Kinder die Hilfe brauchen“, sagt sie, „aber hier geht es um ein besseres Leben und dort, wo wir tätig werden, geht es ums reine Überleben.“